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Legenden über die Bibel: Das Nadelöhr

Von Dr. Ulrich Wendel

Das Kamel im Nadelöhr

Über die Bibel kursieren viele Ideen, die zwar populär sind, aber der Nachprüfung nicht standhalten: Maria Magdalena war eine Prostituierte, der Rauch von Abels Opfer stieg senkrecht zum Himmel auf – und manches mehr…

„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt!“ (Matthäus 19,24). Mit diesem Wort hat Jesus Wohlhabende zu allen Zeiten herausgefordert. Meinte er wirklich, dass kein Reicher in Gottes Reich kommen könnte? Betonte Jesus die Unmöglichkeit?

In vielen Predigten landauf landab hört man eine Erklärung für dieses steile Wort von Jesus. „Nadelöhr“ war damals der volkstümliche Name für ein ziemlich kleines Tor in der Jerusalemer Stadtmauer. Fußgänger passten hindurch, aber wenn jemand sein Lastkamel durch dieses Tor führen wollte, dann musste sich das Kamel dazu niederknien. Für das Wort von Jesus ist damit klar: Das Kamel kommt nur schwer hindurch, aber zur Not kommt es hindurch. Und Gleiches gilt dann für die Reichen und das Himmelreich. Diese Erklärung ist so populär, dass in einem Torbogen am Kirchplatz einer Dortmunder Kirche das Kamel als Steinplastik abgebildet ist.

Bei landeskundlichen oder archäologischen Erklärungen für Bibeltexte findet man in den Kommentaren immer eins von beiden: Entweder den Hinweis auf einen archäologischen Fund, eine Ausgrabung – oder den Verweis auf einen alten Text, der vom betreffenden Sachverhalt spricht. Für das antike Jerusalem würde man vielleicht bei sehr alten Talmudsprüchen oder beim Geschichtsschreiber Josephus suchen. Bloß: Für dieses angebliche Tor gibt es nicht den geringsten historischen Hinweis! Weder hat jemand im Laufe der Geschichte es gesehen noch einen antiken Text als Beleg gefunden.

Auf Knien laufen?

Es handelt sich bei der Stadttor-These also um eine Art Ente, eine Falschmeldung. Genauer: eine urban legend, eine umlaufende Legende, die seit Jahrzehnten ungeprüft weitererzählt und abgeschrieben wird. Gerade die Bibel hat allerlei solcher urban legends an sich gezogen.

Das harte Wort von Jesus wäre durch diese vermeintliche Erklärung leichter geworden. Aber schon einfaches Nachdenken weckt Zweifel: Hätte man damals wirklich so ein unpraktisch kleines Tor gebaut? Wozu wäre das gut gewesen? Und – wenn ein Kamel sich niederkniet, wie sollte es dann noch durch das Tor kommen? Auf Knien laufend? Oder robbend?

Auch die Ankertau-Deutung hilft nicht

Übrigens ist auch eine andere Erklärung für das Jesuswort kaum zutreffend: Das Wort „Kamel“ („kamelos“) soll im Griechischen damals „kamilos“ ausgesprochen worden sein, was auch Ankertau bedeutet. Dagegen spricht dreierlei: An anderer Stelle meint Jesus sicher ein Kamel, wenn er Kamel sagt (Matthäus 23,24). Das Ankertau würde die Sache ja nicht besser machen, denn es geht genauso wenig durch ein Nadelöhr wie das Höckertier. Und schließlich: Jesus benutzte oft groteske Worte, um auf eine bestimmte Wahrheit aufmerksam zu machen, so zum Beispiel das Wort vom Balken im Auge (Matthäus 7,3). Ähnlich gelagert ist auch das Wort von Salz. Wenn es kraftlos geworden sei, kann es nicht mehr salzen (Matthäus 5,13). Was ist gemeint? Nun, Salz kann einfach seine Salzkraft nicht verlieren. So lautet auch eine alte rabbinische Äußerung sinngemäß: So wie eine Mauleselin (die ja biologisch unfruchtbar ist) keine Nachgeburt haben kann, so kann Salz nicht unsalzig werden. Es ist unmöglich.

Die gleiche Unmöglichkeit meinte Jesus auch mit seinem Bildwort vom Kamel im Nadelöhr.

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https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:362018-06-04 10:48:21Legenden über die Bibel: Das Nadelöhr

Unbekannte Personen der Bibel: Maria aus Jerusalem

von Dr. Ulrich Wendel

Immobilienbesitz für Gottes Reich

Wie kommt es eigentlich, dass Christen noch Häuser haben? Jesus hat doch klar gesagt: „Verkauft, was ihr habt, und gebt es den Bedürftigen!“ (Lukas 12,33), und: „Geht in die ganze Welt!“ (Markus 16,15). Häuser, in denen man dauerhaft wohnt, sind in diesen Anweisungen nicht vorgesehen – oder?

Die ersten Christen haben sehr oft radikal befolgt, was Jesus lehrte. Zu den ersten Christen in Jerusalem gehörte Maria – nicht die Mutter von Jesus, sondern eine andere Frau gleichen Namens. Ihr Sohn war Johannes Markus, später ein Begleiter der Apostel. Barnabas, ein wichtiger Missionar und Mentor in der jungen Christenheit, war ihr Schwager oder Neffe.

Im Bericht der Apostelgeschichte erfahren wir nicht nur, wo Maria wohnte – in Jerusalem –, sondern auch, wie sie wohnte. Sie besaß ein Haus, und zwar ein recht großes. Es verfügte über eine Art Vorhof oder eine Toranlage und es war geräumig genug, einer großen Hausgemeinde Raum für Gebet und Gottesdienst zu geben. Zum Haushalt gehörte auch eine Magd oder Sklavin – auch dies ein Indiz dafür, dass Maria ziemlich wohlhabend war (Apostelgeschichte 12,12-14).

In der Gemeinde von Jesus waren immer auch begüterte Menschen. Einige haben ihren Grundbesitz verkauft, um das Geld zu spenden, aber nicht alle taten das. Maria steht dafür, dass man seinen Immobilienbesitz auch anders für Gottes Reich einsetzen kann. Sie behielt ihr Haus, machte es aber zu einem Instrument für Gott.

Gastgeberin in gefährlichen Zeiten

Zunächst: Sie öffnete ihr Haus für die Gemeinde. Sie ließ es also zu, dass andere Leute durch ihren Hof und ihr Wohnzimmer trampelten und das Haus mit ihrem Lärm, ihrem Geruch und ihren Krümeln erfüllten. Sie stimmte zu, dass in ihrer Küche Essen für andere zubereitet wurde. Sie war einverstanden, dass immer wieder nicht sie selbst als Hausherrin bestimmte, was in ihren vier Wänden ablief, sondern der Leiter des Gottesdienstes. Und sie setzte die Arbeitskraft ihrer Magd ein, um alles hinterher wieder sauberzumachen.

Maria hielt an diesen Entscheidungen auch dann fest, als es für Christen gefährlich wurde. Nachdem in Jerusalem bereits Stephanus gesteinigt worden war, löste König Herodes bald eine zweite Verfolgungs- und Misshandlungswelle aus. Der Apostel Jakobus wurde geköpft und Petrus war gerade verhaftet worden, um ebenso getötet zu werden. Eine brenzlige Lage, in der man wohl gern erst einmal abtauchen und sich still verhalten würde. Gut möglich, dass die Behörden den Christen ihr Eigentum wegnehmen würden – wenig später ist das nachweislich passiert (Hebräer 10,34). Da wäre es vielleicht ratsam, nicht auf sich aufmerksam zu machen, zum Beispiel durch Besucherströme von 30 oder 40 Christen, die ihre Schritte ins Haus lenken. Doch Maria hielt ihr Haus weiterhin offen für die Gemeinde.

Soziale Unterschiede trennen nicht

Sie gab den Betern dabei mehr als ein Dach über dem Kopf. Sie gestaltete das Leben und das Erscheinungsbild der Gemeinde mit. Sie tat das Ihre hinzu, damit die Gemeinde genau so aussehen konnte, wie Jesus sie sich gedacht hatte: als eine Gemeinschaft von ganz unterschiedlichen Leuten verschiedenster Herkunft und mit unterschiedlichem sozialen Status – und in dieser Zusammensetzung eins in Christus. Maria selbst, die reiche Frau, war Teil dieser Gemeinde. Viele andere waren nicht so begütert. Und Marias Sklavin stand sicher am unteren Ende der sozialen Skala. Dennoch gehörte sie voll und ganz zur Gemeinde und nahm am Gemeindeleben teil. Ein Detail der biblischen Berichterstattung verrät uns das: Als der Apostel Petrus durch ein Wunder Gottes aus dem Gefängnis frei kam, ging er sofort zu Marias Haus, wo er – zu Recht – die Gemeinde  vermutete. Auf sein Klopfen sollte Marias Sklavin öffnen. Am Tor erkannte sie gleich die Stimme des Apostels. Das lässt ja darauf schließen, dass sie Petrus schon oft gehört hatte – dass sie also an den Gottesdiensten teilnahm und häufig unter seiner Predigt gesessen hatte.

Marias Haus war also ein Werkzeug für Gottes Reich: Sie hatte einen Ort geschaffen, wo die Glaubenden zuhause sein konnten, und sie hat in ihrem Leben und ihren Beziehungen die Maßstäbe von Jesus widergespiegelt. Sie hat mehr als ein Haus eingesetzt: Ihr ganzes Leben ließ sie vom Evangelium prägen.

Zwei Modelle der Nachfolge

Damit lebte Maria eins von zwei möglichen Modellen, nämlich das der sesshaften Jesusnachfolge. Natürlich gab es auch noch das andere Modell – das der reisenden Missionare. Auch als Jesus nicht mehr auf der Erde war, als er also nicht mehr mit seinen Jüngerinnen und Jüngern durch Galiläa zog, gab es viele Christen, die „hingingen in alle Welt“. Marias Sohn Johannes Markus und ihr Verwandter Barnabas stehen für dieses andere Modell. Johannes Markus und Barnabas waren die Begleiter von Paulus auf der ersten Missionsreise und reisten später zusammen nach Zypern. Wenn man im Neuen Testament nachschlägt, wo Johannes Markus genannt wird, und wenn man an den betreffenden Orten Fähnchen in die Landkarte steckt, dann kommen neben Jerusalem und Zypern noch die Landschaft Pamphylien (an der Südküste der heutigen Türkei), Kolossä, Rom und vielleicht Cäsarea in Betracht. Reiserouten, die sich quer durch den Mittelmeerraum spannen. Johannes Markus ist damit das Gegenbild zu seiner sesshaften Mutter.

Damit Johannes das sein konnte, musste seine Mutter ihn loslassen. Das hat sie auch getan. Im Grunde hat sie aber auch ihr Haus losgelassen, zumindest ihren Anspruch darauf. Sie hat es in den Dienst für Gott gestellt. Mobiler Missionar oder Immobilienbesitzer – beide Lebensentwürfe geben die Möglichkeit, Jesus zu folgen und für Gottes Reich da zu sein. Man muss dafür Christus den Herrn sein lassen: den Herrn über Wohnort und Reiseziele und auch den Herrn im Haus.

 

Dieser Artikel erschien im Magazin Faszination Bibel.

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https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352018-06-04 10:48:25Unbekannte Personen der Bibel: Maria aus Jerusalem

Daniel Kallauch

Interview: Bettina Wendland

Kinder stark machen

Über ein Vierteljahrhundert steht Daniel Kallauch schon auf der Bühne. Und macht dabei nicht nur eine professionelle Show für Kinder und Eltern, sondern vermittelt auch wichtige Werte.

Du bist seit über 25 Jahren Kindermusiker. Macht es dir immer noch Spaß?

Ja, es macht mir richtig Spaß. Vor einigen Jahren dachte ich, mit Mitte 50 mache ich mehr für Erwachsene. Aber dann hatte ich so etwas wie ein Gotteserlebnis, wo ich auf einmal wusste: „Du bist und bleibst bei den Kindern.“ Das war befreiend für mich.

Wie bist du denn überhaupt zur Kindermusik gekommen?

Seit ich 16 bin, bin ich mit Musik unterwegs – zuerst mit einem Freund, dann mit Anke, meiner Frau. Bei meiner ersten Arbeitsstelle als Vikar bin ich im Kinderbereich gelandet. Der Diakon brauchte für einen Einschulungsgottesdienst ein Lied zur Speisung der 5.000. Da ich kein passendes Lied kannte, habe ich eins geschrieben: „4999 und 1“. Danach entstand ein Kinderlied nach dem anderen und die kamen viel besser an als die Lieder, die ich vorher gemacht hatte.

Ist der Willibald auch schon 26 Jahre dabei?

Ja. Vom ersten Kinderkonzert im Januar 1991 bis heute. Der Spaßvogel sah zwar noch etwas anders aus, hatte aber immer seinen Charakter, der sich im Lauf der Jahre weiterentwickelte. So wie bei mir!

Wie hast du das Bauchreden gelernt?

Bei einen Wochenend-Kurs. Mit dem Bauchreden ist es wie mit dem Klavierspielen. Man braucht eine halbe Stunde, um zu wissen, wo welcher Ton ist. Aber es dauert zehn Jahre, bis es klingt.

Du hast in den letzten  Jahren viele Kinder erlebt. Würdest du sagen, dass die Kinder sich verändert haben?

Ja, die Aufnahmefähigkeit hat nachgelassen. Aber auch die Eltern haben sich verändert. Viele sind nicht mehr so konzentriert dabei. Bei fast jedem Auftritt gibt es eine Mutter, die mit ihrem Kind auf dem Schoß ihr Smartphone bearbeitet. Für die Veranstalter ist es auch nicht leichter geworden. Früher war eine Familienshow oft zwei Wochen vorher ausverkauft. Heute bezahlen die Leute lieber den teureren Tagespreis, um spontan entscheiden zu können, ob sie hingehen.

Hast du dein Showprogramm an diese Veränderungen angepasst?

Eigentlich nicht. Häufig bekomme ich die Rückmeldung von Eltern, sie hätten noch nie erlebt, dass ihr Kind 80 bis 90 Minuten so konzentriert bei einer Sache dabei war. Mal hören sie zu, dann kommt Willibald wieder, kurz darauf heißt es aufstehen zum Mitmachen … Wir wechseln ständig die Impulse, alles mit Regisseur und viel Erfahrung geplant.

Auf deiner neuen CD „Ganz schön stark“ geht es darum, Kinder stark zu machen. Was sind denn die größten Herausforderungen für sie?

In unserer Gesellschaft müssen alle richtig viel Leistung bringen, auch die Kinder schon. Unser Schulsystem ist darauf aufgebaut. Das ist zunehmend eine große Herausforderung für Kinder und Familien. Kreativität zum Beispiel ist kaum gefragt. Ich hoffe, dass ich Kindern, die sensibler und kreativer sind, Mut mache, stark zu sein und zu sich zu stehen.

Wie können Eltern das fördern?

Eltern müssen sich nicht dem Diktat der Schule und der Gesellschaft unterwerfen. Sie sollten den Mut haben, ihren eigenen Weg mit ihren Kindern zu gehen und ihnen die Möglichkeit geben, sich zu entfalten. Eltern dürfen mutig als Vorbilder vorangehen und dem Nachwuchs zeigen, dass nicht immer alles glatt läuft. Sie sollten bereit sein, ihre Kinder mehr in ihr Leben mit hineinzunehmen und ihnen zeigen, wie jemand mit Schwierigkeiten umgeht, der Gott vertraut.

Dieses Interview erschien in der Zeitschrift Family. Jetzt kostenlos testen: www.family.de

https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352018-06-04 10:48:26Daniel Kallauch

Aufstand proben

von Lasse Eggers

Was wir konkret tun können, wenn wir merken: Die Welt geht uns was an

Wann hast du dich zuletzt öffentlich aufgeregt? Also so, dass es jemand mitbekommen hat? Oder gehörst du auch zu denen, die meinen, irgendwo im Social Web einen Hashtag zu setzen, müsste als politisches Statement allemal reichen? Wer anfängt, sich über das Thema Gedanken zu machen, stößt unweigerlich auf eine Reihe offener Fragen. Zwei davon sind mir besonders wichtig: Bin ich politisch aktiv genug? Und: Was ist eigentlich eine angemessene Art und Weise, im 21. Jahrhundert politisch aktiv zu sein?

 

Politisch aktiv?

Schauen wir auf die erste Frage. Grundsätzlich bin ich politisch aktiv: Ich gehe wählen, vertrete eine Meinung und beteilige mich an Diskursen im Social Web. Aber reicht das? Die Frage nach dem “Genug” ist eine heikle, denn wer legt schon das Maß für politischen Aktivismus fest? Na ja, zum einen haben wir da den Staat als Maßstab, der ein paar Beteiligungsmöglichkeiten anbietet. Wer unsere Demokratie stützen will, weil sie uns ein hohes Maß an persönlicher und öffentlicher Gestaltungsfreiheit gewährleistet, sollte von diesen Möglichkeiten schon Gebrauch machen. Dazu gehören die Wahlen, das Recht, Parteien zu gründen und sich darin zu engagieren, das freie Demonstrationsrecht und andere Bürgerbeteiligungen wie zum Beispiel Volksabstimmungen.

Einen anderen Maßstab, den wir anlegen sollten, bietet die Bibel. Schon die frühen Christen beschäftigte die Frage, wie sich die ethische Linie von Jesus in gesellschaftliches Leben und soziale Verantwortung übersetzen lässt. Paulus verdanken wir zum Beispiel ein paar kluge Anweisungen, wie wir als Christen mit den gesellschaftlichen Verantwortungsträgern umgehen sollen. In Titus 3,1-2 und Römer 13,1-6 mahnt er, dem Staat zu dienen und der Obrigkeit als weltlicher Autorität den fälligen Respekt zu erweisen. Unser politischer Aktivismus soll die respektieren, die verantwortlich eingesetzt sind, das Leben in unserem Land zu gestalten.

Noch eine andere Stelle möchte ich hier als eine der bedeutendsten Möglichkeiten der politischen Beteiligung besonders hervorheben: 1.Timotheus 2,1-3: „Betet für alle Menschen, besonders für die, die in Staat und Regierung Verantwortung tragen…“ Damit wir, wie Paulus sagt, in Frieden leben können. Hier bekommt das Gebet, das du still bei dir sprichst, oder die Fürbitte in der Gemeinde Gewicht: Es steuert seinen Teil dazu bei, dass wir in Frieden leben und unseren Dienst tun können. Wie schön, dass ich mich so für meinen Staat einsetzen kann.

Aber wieso sollte ich als Christ Aufstand leisten, wenn ich doch der Obrigkeit gehorchen soll? Reicht es dann nicht, wenn ich für meinen Staat bete? Es reicht überall dort nicht, wo die Gesellschaft spürbar aus den guten Ordnungen Gottes herausdriftet. Wo wir als Christen für Werte stehen, die gesellschaftlich an Wert zu verlieren drohen. Wenn es um Themen wie die Zukunft der Gentechnik, den Schutz des ungeborenen Lebens, soziale Gerechtigkeit oder den Einsatz der Bundeswehr geht, können wir einen Unterschied machen, wenn wir unsere Positionen an den richtigen Stellen einbringen.

Die Qual der Wahl: Welchen Aufstand proben wir?

Kommen wir zur zweiten Frage: Was ist die richtige Art und Weise, um heute noch politisch aktiv zu sein?

Da sind die Parteien, klar. Jede hat auch eine eigene Jugendorganisation, in der das politische Handwerk erlernt und entwickelt wird. Dabei darf es dann auch mal zur Sache gehen und Positionen sehr pointiert geäußert werden. In den Ortsverbänden der Parteien wird Lokalpolitik gemacht. Muss die neue Umgehungsstraße ausgerechnet durch ein Naturschutzgebiet verlaufen? Wie viele Bäume wollen wir uns in der Innenstadt leisten? Wie wär’s mit einem Marketingkonzept für unsere Kleinstadt? Alle Parteien suchen händeringend.

Politisch ungebunden, aber durchaus aktiv sind auch die Bürgervereine und –initiativen. Als Sparringspartner für die Politik und die Stadtverwaltung gestalten sie das Leben der Stadt oder des Viertels sehr konkret und häufig pragmatisch mit. Als Vereine spiegeln sie der Verwaltung den Bürgerwillen und sind eingebunden, wenn seitens der Verwaltung Lösungen für Gestaltungsherausforderungen im öffentlichen Raum gesucht werden.

Im akuten Fall helfen auch freiere Formen: die Mahnwache, die Demonstration, das Bürgerbegehren, die Petition, der offene Brief, ein Infostand, das Flugblatt, Kunstaktionen, Menschenketten und alles, was du dir sonst noch ausdenken kannst.

Neu in der Liste ist der Netzaktivismus, also Bloggen, Vloggen, Hashtaggen und Co. Gerade der Hashtag-Aktivismus wird oft als faul oder nutzlos eingestuft – reine Gewissensberuhigung? Natürlich beruhigt „Slacktivism“ das soziale Gewissen und geht so leicht von der Hand, dass er uns dauerhaft in Aktion versetzt. Nicht hinter jedem #prayfor… steckt auch ein Gebet. Dann doch lieber still bleiben und wirklich beten.

Aber Hashtags haben auch Power. Sie können, wenn sie richtig benutzt werden, gewaltige Kraft entwickeln in Zusammenarbeit mit den sozialen Netzwerken. Besonders jene Hashtags waren erfolgreich, die mit realen Aktionen verbunden waren. #blacklivesmatter, #aufschrei, #landesverrat: Es ist die gekonnte Verbindung des Social-Online-Lebens mit dem Real-Life, die Hashtags zu einer glaubwürdigen politischen Willensäußerung machen. Wenn Hashtags also richtig verwendet werden, dann bewegen sie etwas. Poste also das nächste #prayfor… lieber direkt mit einer Veranstaltung, die wirklich zum gemeinschaftlichen Gebet aufruft, dann folgt nämlich aus Beteiligung echte Aktion.

#aufstehen

Am Beispiel des Hashtags sieht man: Politik ist nicht nur eine Frage der Werkzeuge, sondern auch der richtigen Verwendung. Für jedes Werk gibt es das richtige Werkzeug und für jedes Werkzeug die richtige Verwendung. So liegt es an dem Umstand, der dich in Bewegung versetzt, welche Form von Aktivität in deiner Situation die richtige ist. Manchmal bewegen Hashtags die Massen, manchmal bewegen Massen auf der Straße den Staat.

Also: Bist du aktiv oder nicht? Beruhigst du nur dein Gewissen oder geht es dir ums Mitgestalten des öffentlichen Lebens? Und wogegen steht dein Herz auf, oder besser noch: Wofür? Unterlassener Aufstand ist unterlassene Hilfestellung. Es ist diese, unsere Welt, in der wir unseren Dienst verrichten. Wenn wir uns mit ihr auseinandersetzen, merken wir vielleicht, dass sie uns mehr angeht als gedacht.

Dieser Kommentar erschien in DRAN NEXT, dem Magazin zum Selberglauben. Jetzt kostenlos testen: www.dran-next.de

https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352020-03-02 12:34:03Aufstand proben

Gabriel, der Mann Gottes

von Gabriel Furchert

Namen sind mehr als Schall und Rauch: Sie können ihren Träger sympathisch und klug wirken lassen – oder auch das Gegenteil bewirken. Dabei haben Namen ihre ganz eigene Bedeutung. Viele stammen aus der Bibel und tragen oft eine Botschaft in sich.

„Daniel, Daniel, Daaaanieeeeeel – Sag mal hörst Du schwer?“ Dieser Satz, so oder in ähnlicher Form dargebracht, war vor allem in meiner Schulzeit ein Dauerbrenner und sollte mich lange begleiten. Zumeist gepaart mit meiner Antwort: „Nee, meinen Ohren geht es bestens, aber mein Name ist Gabriel.“ „Ach ja, der Erzengel“, worauf ich mir als Kind ein „Na meistens Scherzbengel“ nicht verkneifen konnte. Später wurde ich flexibler, auf Daniel hörte ich bald automatisch und die Geschichte von der Löwengrube hörte ich an manchen Tagen auch lieber als den Erzengel.

War ich ein glücklicher Erzengel? Als Kind hatte ich da so meine Schwierigkeiten. Der einzige Gabriel auf dem Schulhof, kein bejubelter Namensvetter in Funk, Fernsehen oder Sport. Und ein eindeutig biblischer Name schien Mitte der 80er in der DDR für Neugeborene wohl auch nicht im Trend gewesen zu sein. Mich umgaben Sebastian, Katharina, Susanne und Henning. Dazu mein gelocktes, fast goldenes Haar – nein der brave Engel wollte ich an den meisten Tagen einfach nicht sein. Ich erinnere mich noch an den verzweifelten Versuch, meine Freunde so umzuerziehen, dass sie mich mit Mike ansprachen, was ich als Kind besonders cool fand.

Just in dem Moment wo sich das Bewusstsein dafür, einen besonderen Namen zu tragen, in meinem Kopf Bahn brach und mich stolz und erhobenen Hauptes den Schulalltag meistern ließ, passierte es: Meine neue Mathelehrerin am Gymnasium fing plötzlich an mich „Gabi“ zu rufen. Stets mit einem Lächeln im Gesicht und einer kitschig sanften Stimme, als wolle sie mir damit eine ganz besondere Liebkosung zuteilwerden lassen. Ganz neue Zeiten brachen an. Von der 4 in Mathe wollte ich runter, daher war Widerspruch nicht angebracht. Mitschüler fanden ebenfalls schnell Gefallen daran und so war ich irgendwann zu dritt: Gabriel, Daniel und Gabi – fast schon ein kleiner Hauskreis.

Zuweilen sorgte das auch für ordentliche Verwirrung – und wurde doch zum Segen. Denn meine Frau lernte ich zu dieser Zeit kennen. Sie 14, ich 18. Geschickt vermittelte sie ihren Eltern, dass sie am Abend noch bei Gabi sei. „Alles kein Problem – Mädels unter sich ging“, wohl durch den elterlichen Kopf. Das ermöglichte uns das Kennenlernen. Die Überraschung war später groß und sollte auch zehn Jahre danach noch als Anekdote bei unserer Trauung für Erheiterung sorgen.

Und heute? Bin ich immer noch zu dritt, manchmal ist auch Samuel dabei. Schätzen gelernt habe ich Gabriel aber schon lange. Eines aber hat sich nicht geändert – der Scherzbengel.

 

Dieser Artikel erschien im Magazin LebensLauf

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https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352018-06-04 10:48:25Gabriel, der Mann Gottes

Unstrittig lecker

von Pascal Görtz

Jennys gedeckte Apfel-Mohntorte war ein Traum von einem Kuchen. Einer, für den man unter bestimmten Umständen töten würde. An jenem Nachmittag aber waren die Gäste dafür eindeutig zu nett: Wir saßen mit guten Freunden zusammen, ließen uns die Spätsommersonne ins Gemüt scheinen und nutzten einen vorgeschobenen Feiervorwand zur gehobenen Kalorienaufnahme. Der Nachmittag entwickelte sich prächtig, wir scherzten wild und frei, die Gäste blieben bis in den Abend. Nur ein letztes Stück Kuchen, das ab 16 Uhr unberührt auf der Kuchenplatte dahinvegetierte, bis der letzte Gast unseren Garten verlassen hatte, störte die Harmonie. Wir ließen es vor unseren Augen in der Sonne vergammeln.

Seltsam, oder? So lecker und gleichzeitig so liegen gelassen? Mir ist das an diesem Abend nachgegangen: Warum sitzen erwachsene Menschen an einem Tisch und lassen zu, dass die schlechteste aller Varianten eintrifft? Wir hätten stattdessen darüber streiten sollen, was mit dem letzten Stück Kuchen passieren soll. Wer noch Lust darauf hatte – oder ob wir es auf einem Pappteller zum Fifty-Fifty-Verkäufer tragen oder der einsamen Nachbarin vor die Tür stellen wollten. Wir haben keine vernünftige Lösung für das letzte Stück gehabt, weil der „Streit“ an diesem Nachmittag – aus Höflichkeit oder mangelnder Anteilnahme – abgesagt wurde. Ich habe das Stück am Abend in den Kühlschrank wandern lassen und nach drei Tagen ordnungsgemäß entsorgt. Schade drum.

Das letzte Stück Kuchen ist für uns das eindrücklichste Bild für etwas, um das man ruhig mal streiten darf. Und davon gibt es mehr als uns lieb sein dürfte. Es gibt genügend Menschen am Rand unserer Gesellschaft, für die niemand streitet. Und das, obwohl sie nur auf dem Papier gleichberechtigt leben dürfen. Es gibt ausreichend Situationen, in denen nicht gute Argumente das Recht auf ihrer Seite haben, sondern missbräuchliche Machtstrukturen. Es gibt doch so viel, über das man heimlich den Kopf schüttelt und erst dann auspackt, wenn andere derselben Meinung sind. Warum nicht mal miteinander auseinandersetzen und genau darin die eigene Wertschätzung ausdrücken?

Wer etwas bewegen will und um die beste Lösung ringt, wird den „Streit“ auf dem Weg dorthin als Gewinn betrachten. Selbst dann, wenn es um etwas so profanes wie das letzte Stück Kuchen geht.

So viel Streit muss noch erlaubt sein!

Dieser Kommentar erschien in DRAN NEXT, dem Magazin zum Selberglauben.  Jetzt kostenlos testen: www.dran-next.de

https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352020-03-02 12:34:04Unstrittig lecker

Tobi, der Blinde?

von Tobias Hambuch

Namen sind mehr als Schall und Rauch: Sie können ihren Träger sympathisch und klug wirken lassen – oder auch das Gegenteil bewirken. Dabei haben Namen ihre ganz eigene Bedeutung. Viele stammen aus der Bibel und tragen oft eine Botschaft in sich.

Mein Name ist doch super, dachte ich immer. Ich heiße nicht Lukas, Johannes oder Mose und bin damit nicht nach einem hinlänglich bekannten Bibelbuch benannt. Andererseits ist mein Name dennoch biblisch, denn in den Apokryphen gibt es doch dieses kleine, aber feine Buch: Tobi(t). Da ist er schon, mein Spitzname! Alles bestens also: Mein Name hat biblisches Fundament und ist gleichzeitig nicht schnöde und langweilig, weil er in jedem dritten Kapitel vorkommt – wie beispielsweise Allerweltsnamen à la Nebukadnezar, Melchisedek und Co.

Wenn ich in die weite Welt hinausschaue, mache ich eine weitere durchaus interessante Beobachtung: Einen Politiker, Schauspieler oder Sportler, der regelmäßig in den Gazetten auftaucht und dabei den Vornamen Tobias trägt, gibt es nicht (belehrt mich gerne eines Besseren!). Damit will ich keinesfalls ausdrücken, dass jeder Tobi(as) nur Durchschnitt und nicht besonders erwähnenswert wäre. Vielmehr scheinen die Tobis dieser Welt nicht so stark interessiert am Blitzlichtgewitter, neigen also eindeutig zur Bescheidenheit.

Nähern wir uns nun aber diesem Tobit, Sohn eines Tobiel, und seinem Sohn Tobias (sehr erfindungsreiche Familie!). Denn da kommen doch tatsächlich die ersten Makel an der Perfektion dieses ach so wunderschönen Vornamens ans Tageslicht: Tobit ist alles andere als der Held der Bibel, der voller Tatendrang und Furchtlosigkeit ins Ungewisse schreitet – er ist zuallererst blind! Wie bitte? Blind? Das ist für mich auf den ersten Blick nicht die beste Voraussetzung, um etwas bewegen zu können. Möglicherweise soll mir das aber auch einfach einen Hinweis darauf liefern, woher meine Hornhautverkrümmung rührt und warum ich eine Brille auf der Nase trage! Spannend ist: Tobit wird durch Zutun seines Sohnes Tobias von seiner Blindheit geheilt und wird 112 Jahre alt. Das sind doch mal Aussichten! Gerne komme ich da nach meinen Namensvetter.

Kommen wir zum Schluss noch zur ursprünglichen Wortherkunft. Das Hebräische „tobijah“ bedeutet „Gott ist gut und gnädig“. Das spricht eine klare Sprache: Meine Eltern sehen mich als Geschenk Gottes an. Wahnsinn! Außerdem ist es eine über mein Leben ausgesprochene, gültige Wahrheit – schön, dass ich diese noch 88 Jahre lang kräftig auskosten darf.

Dieser Artikel erschien in LebensLauf. Jetzt kostenlos testen: www.lebenslauf-magazin.net

https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352018-06-04 10:48:25Tobi, der Blinde?

Ist die Zeit der Ewigkeit abgelaufen?

von Marietta Steinhöfel

Nachgefragt bei Prof. Dr. Peter Zimmerling, Professor für Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig.

Die heutige Gesellschaft lebt im Hier und Jetzt. Auch unter Christen ist man viel beschäftigt – Gottesdienstvorbereitungen, Chorproben, Teamtreffen… Hat die Ewigkeit da überhaupt noch Platz?

Kaum. Für die Christenheit, und selbst für „heißtemperierte“ Gläubige, ist Ewigkeit in den Hintergrund gerückt. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen ist unsere Gesellschaft ebenso beschäftigt mit dieser Welt, dass die Perspektive auf eine andere, unsichtbare Welt schlechte Karten hat. In der ehemaligen DDR kommt hinzu, dass die Propaganda der SED – die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands – die christliche Auferstehungshoffnung regelrecht diskreditiert hat. Man sagte: Die Jenseits-Hoffnung sei eine Form von Vertröstung, und hindere Menschen daran, mit aller Kraft für die Verbesserung der irdischen Verhältnisse zu kämpfen.

Bei allem Nicht-Perfekten in der Welt scheint die Vertröstung auf eine bessere Zukunft naheliegend. Doch ist dies erstrebenswert? Ewig das Gleiche, ewig orgellauschend?

Der Eindruck von einer Ewigkeit als nahtlose Fortsetzung des Jetzt-Zustandes ist unter anderem dadurch aufgekommen, dass die Evangelische Theologie aufgegeben hat, irgendetwas Inhaltliches über das ewige Leben auszusagen. Ja, es gibt eine Kontinuität zwischen unserem irdischen und dem ewigen Leben. Denken wir an das neue Jerusalem, das auf die Erde herabkommt, dann sehen wir auch, dass all das Schöne, der Reichtum der Kulturen, den es auf dieser Welt gibt, nicht verloren geht, sondern eingebracht wird in die himmlische Stadt. Aber es gibt auch eine Diskontinuität: Das neue Leben bei Gott ist etwas völlig anderes. Es kommt zu einer Verwandlung in eine andere Qualität. Und zwar nicht in Form von einem Weniger an Leben, sondern einem Mehr. Einem vollendeten Leben in Fülle, frei von Begrenzungen. Wir haben nur das Problem, dass wir diese biblische Botschaft irgendwie nicht richtig vermittelt bekommen.

Ewigkeit als Begriff ist schwer greifbar – vor allem für die Wissenschaft. Wie bekommen Sie ihn zu packen?

Ewigkeit wird oft versucht, allein auf der Zeitschiene zu verorten. Die Zeitlosigkeit ist aber nur ein Aspekt von Ewigkeit. Wir müssen auch die qualitative Dimension ins Gespräch bringen. Außerdem müssen wir versuchen zu vermeiden, dass der Himmel nur ganz jenseitig gedacht wird. Es gibt „Vorwegerfahrungen der Ewigkeit“, die wir alle erleben können; zum Beispiel bei Naturerfahrungen wie dem Anblick eines wunderschönen Sonnenuntergangs, im Gottesdienst durch himmlisch anmutende Musik und Gesänge, oder die unmittelbare Antwort auf ein Gebet. In solchen Momenten hat man doch den Eindruck, dass der Atem des Höchsten einen schon berührt. C.S. Lewis hat in seinem Buch „Die große Scheidung“ einen Versuch unternommen, Ewigkeit als Qualitätsbegriff in Bildern zu verorten. Symbole, die beschreiben, wie sich dieses „Mehr an Leben“ anfühlt: Das Schwimmen im frischen Bergsee, das all das Positive enthält, was wir auch im irdischen Leben erleben können, aber ohne das, was sonst noch an Negativem im Hintergrund dabei ist. Etwa das Gefühl des Unterkühlt-Werdens oder die Angst vorm Ertrinken. Es bleibt nur das Gefühl prickelnder Frische.

Das Cover Ihrer neusten Publikation (Evangelische Mystik) ist betitelt mit „Alles Ding währt seine Zeit – Gottes Lieb in Ewigkeit“. Was bedeutet das?

Mystiker und Mystikerinnen haben sich nicht damit zufrieden gegeben, erst nach dem Tod ungetrübte Gottesgemeinschaft und Seligkeit zu erfahren. Sie sind umgetrieben von der Sehnsucht, die „unio mystica“, die unmittelbare Gemeinschaft mit Gott, schon jetzt zu erleben. In solchen Augenblicken verschwindet plötzlich die Zeit, so wie wir sie gewöhnt sind. Die Begegnung mit dem Göttlichen, so sagen die Mystiker, ist eine so intensive Erfahrung, dass die Schranken von Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft fallen.

Herr Prof. Dr. Zimmerling, vielen Dank für das Gespräch!

Dieses Interview erschien im Magazin 3E. Jetzt kostenlos testen: www.magazin3e.net

https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352018-06-04 10:48:23Ist die Zeit der Ewigkeit abgelaufen?

Mit Gott auf der Rennstrecke

von Rüdiger Jope

Was kommt dabei heraus, wenn ein visionäres Team 100 Jahre Motorsport, ein abgehalftertes Hotel, Flüchtlinge und ehemalige Straffällige zusammenbringt? Eine Kirchengemeinde!

Wolkenloser Himmel. Langgezogene Kurven. Schattenspendende Bäume. Verkleidete Leitplanken. Dröhnend zieht eine Maschine an meiner heruntergelassenen Seitenscheibe vorbei. Sie signalisiert meiner Nase und meinen Ohren: Du bist auf der richtigen Spur Richtung Glemseck. Bis in die 60er-Jahre hinein trugen auf der legendären Solitude-Rennstrecke in der Nähe von Stuttgart zwei- und vierrädrige Legenden des Motorsports ihre PS-starken Fights um Lorbeerkränze und glänzende Pokale aus. Vor dem Hotel Glemseck parke ich. Auf mich wartet Tobias Merckle, der Gründer, Taktgeber und Vorstand von „Seehaus e.V.“. Mit leuchtenden Augen führt er mich durch die in die Jahre gekommenen Räume, die eine vergilbte, rauchgeschwängerte, aber reiche Motorsportvergangenheit atmen. „Eigentlich träumte ich schon 13 Jahre davon, hier an diesem Ort Motorradfahrer, Oldtimerfahrer und Motorsportbegeisterte in ihrem Umfeld mit dem Glauben in Berührung zu bringen“, so der Visionär.

Traditionen pflegen, Neues entwickeln

Als er sich Anfang 2016 auf die Suche nach weiteren Räumen für den „Jugendstrafvollzug in freien Formen“ macht, wird ihm dieses abgelebte Kleinod angeboten. Merckle ist in seinem Element: „Als ich dann in diesen Räumen stand, wusste ich: Mitarbeiterwohnungen sind hier fehl am Platz. Die über 100 Jahre alte Geschichte gehört unter neuen Vorzeichen fortgeschrieben.“ Auf einem Laptop bekomme ich die Zukunft präsentiert: Ein hippes Motorsporthotel. Detailverliebte Innenausstattung mit Fotos, Originalfahrzeugen und Oldtimern. Zudem sollen im Glemseck Flüchtlinge in der Gastronomie ausgebildet werden, um ihnen so einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen. Motorsportbegeisterung mit Mehrwert zum Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Helfen und Glauben.

Gerade Letzteres ist Merckles Leidenschaft. Ehemaligen Straffälligen eine Gemeinde als Zuhause anzubieten. Alle wohlgemeinten Versuche scheiterten. Die meisten Jugendlichen fanden nach der Zeit im Seehaus keine Beheimatung in einer normalen Gemeinde. „Die Lebenswelten, die Erfahrung, die Gesprächsthemen, die Interessen sind einfach ganz andere“, bilanziert der Gründer etwas ernüchtert. Doch Merckle hat das Unternehmer-Gen. Wo ein Problem ist, sucht er nach einer Lösung. Mit einer kleinen Gruppe von Mitstreitern setzt er sich mit Verantwortungsträgern aus der evangelischen Landeskirche Württemberg zusammen. Sie fragen: „Könnte Glemseck nicht eine ‚personale Gemeinde‘ werden für ein Milieu, welches die klassische Kirchengemeinde nicht erreicht?“ Sie kann. Seit Anfang Mai 2016 ist die „Gemeinde am Glemseck“ Teil der Gesamtkirchengemeinde Leonberg und der evangelischen Landeskirche Württemberg.

Beziehung statt Programm

Glemseck will dort mit dem Glauben hin, wo die Leute sind. Die Motorradfahrer und Motorsportbegeisterten sind da ein zusätzliches Pfund. Merckle gibt eine Begebenheit aus einem Motorradgottesdienst zum Besten. Auf dem WC ist die Pfarrerin dabei, sich ihren Talar überzustreifen. Nebendran schlüpfte eine Motorradfahrerin in ein Hasenkostüm. Der Pastorin rutschte ein schmunzelndes „sieht aber komisch aus“ raus. Ihr Gegenüber konterte lachend: „Ebenso!“

Knapp achtzig „komische“ Leute treffen sich inzwischen in dieser ökumenischen Mitmachgemeinde. Sie wird zum Zuhause für Suchende, Zweifler, Interessierte, Neugierige und Flüchtende. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Thema Gemeinschaft. Lebensberichtsabende und gemeinsames Essen sind ein zentrales Element. „Menschen kommen vor allem wegen der Beziehungen, die Gottesdienste nehmen sie so mit“, ergänzt Merckle. Auf dem Rückweg zum Auto bückt sich der Visionär nach dem achtlos weggeworfenen Müll. Ich erlebe: Hier ist sich einer nicht zu schade, kleine und große Müllberge des Lebens beiseite zu räumen, damit Menschen sich mit Gott auf die Rennstrecke ihres Lebens begeben.

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https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352018-06-04 10:48:24Mit Gott auf der Rennstrecke

Vertrauter Schutzraum

von Dr. Ulrich Wendel

Wenn Gott uns anrührt, dann hat das oft große Wirkung. Aber diese Wirkung muss nicht von Dauer sein. Es kann auch sein, dass sie verpufft: Jesus sprach im Gleichnis von Vögeln, die das Wort wegpicken, oder von Dornen, die es überwuchern.

Wie kann man einen Ort schaffen, an dem das, was Gott an uns tut, geschützt ist und sich auswirkt? In unserer Gemeinde bieten wir seit Jahren regelmäßig nach dem Gottesdienst einen Fürbitte- und Segnungsdienst an. In einem Nebenraum ist ein Beter bereit – manchmal sind es auch zwei –, für das Anliegen zu beten, das jemand mitbringt. Das Gebet hat oft den Charakter der Fürbitte; das heißt: Beide kommen gemeinsam zu Gott und möchten etwas empfangen. Wenn es passt, mündet die Fürbitte aber auch in ein Segnungsgebet. Dann ist der Beter der Gebende und derjenige, der mit einem Anliegen kam, der Empfangende.
Der Wunsch, für sich beten zu lassen, kann ganz frisch in diesem Gottesdienst entstanden sein. Dann ist der Segnungsdienst der nötige Schutzraum, damit diese eben erst erfahrene Gottesbegegnung nicht im Alltag schnell wieder verblasst. Im gemeinsamen Gebet kann man vor Gott etwas festmachen. Oft kommen aber auch Menschen zum Segnungsdienst, die eine Sorge schon länger mit sich herumtragen. Sie wissen: Spätestens am kommenden Sonntag finde ich Menschen, die mit mir beten.
Genau darin liegt der große Gewinn dieses Angebotes: in der Regelmäßigkeit. Es ist unseren Gottesdienstbesuchern vertraut geworden, dass man für sich beten und sich segnen lassen kann. Das ist der Normalfall. Deshalb macht es auch nichts, wenn an manchen Sonntagen niemand kommt. Dass auf jeden Fall Beter da sind, wenn jemand hätte kommen wollen – das ist uns ganz wichtig.
In dieser meist recht kurzen Begegnung findet keine Beratung und keine Seelsorge statt. Das würde den Rahmen sprengen. Wir wollen aber auch nicht den Eindruck vermitteln, dass jedes Problem mit einem Gebet zu „reparieren“ wäre. Deshalb empfehlen wir, wenn es angebracht ist, sich weitergehende seelsorgliche Hilfe zu suchen.
Für mich ist es bewegend, wenn ich später Menschen in der Gemeinde begegne, von denen ich weiß: Für die dürfte ich beten, sie haben Gottes Segen empfangen, Gott hat etwas in ihr Leben hineingelegt. Es berührt mich auch, wenn ich erlebe, dass gestandene Männer im Gebet ihre Tränen nicht zurückhalten müssen – dieser Schutzraum ist da. Vor einiger Zeit suchte ein jüngerer Mann den Gebetsdienst auf, weil eine wichtige Entscheidung vor ihm lag. Wir beteten um Gewissheit und inneren Frieden. Ein paar Wochen später wurde seine bevorstehende Hochzeit bekanntgegeben. Und ich freute mich still: Da hat Gott gewirkt, und unser gemeinsames Gebet konnte etwas dazu beitragen.

Dieser Artikel erschien im Magazin LebensLauf. Jetzt kostenlos testen: www.lebenslauf-magazin.net

https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352018-06-04 10:48:24Vertrauter Schutzraum
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Martin Gundlach

ist Chefredakteur des SCM Bundes-Verlags. Er ist seit über 25 Jahren glücklich verheiratet und hat 3 Töchter.

Bettina Wendland

ist Redakteurin bei Family und FamilyNEXT. Sie lebt mit ihrer Familie in Bochum.

Jörg Peter

ist der Erfinder des beliebten Comic-Helden Mister KLÄX.

Dr. Ulrich Wendel

ist fasziniert von der Bibel und er tut alles dafür, dass diese Begeisterung andere ansteckt.

Marietta Steinhöfel

war Volontärin beim SCM Bundes-Verlag.

Ansgar Hörsting

ist Präses des Bund FeG und lebt mit seiner Frau in Witten.

Ulrich Eggers

ist der Geschäftsführer der Unternehmen der SCM Verlagsgruppe und schreibt für das Magazin AUFATMEN.

Ingrid Jope

Theologin und Sozialpädagogin, ist verheiratet mit Rüdiger und Mutter von zwei Kindern.

Jörg Podworny

aus Witten ist Chefredakteur des Magazins lebenslust. 

Lasse Eggers

hat eine Ausbildung als Medienkaufmann gemacht und studiert jetzt Theologie.

Helen Krebs

studiert Literaturwissenschaft und ist hin und wieder als Texterin tätig. Mit ihrem Mann und den Kindern wohnt sie in Stuttgart.

Tobias Hambuch

ist Volontär beim SCM Bundes-Verlag. Er schreibt für die Magazine TEENSMAG und MOVO.

Franziska Klein

arbeitet als Pastoralreferentin in der FeG Frankfurt Citychurch. Sie fühlt sich an einem Ort angekommen, wenn man in der Bäckerei um die Ecke wiedererkannt wird.

Susanne Tobies

ist Redaktionsassistentin für das Magazin AUFATMEN.

Ira Schneider

vermisst das Meer, wenn der Winter im Frühjahr
nicht zu enden scheint.

Melanie Eckmann

ist Volontärin beim SCM Bundes-Verlag und schreibt für die Online-Redaktion.

Rüdiger Jope

investiert als Redakteur im Bundes-Verlag viel Kraft und Kreativität in die Magazine „3E“ und „MOVO“.

Samuel Krüger

arbeitet als Grafiker und zeichnet Cartoons für das Kindermagazin KLÄX.

Pascal Görtz

ist verheirat und wohnt mit seiner Familie in Mettmann.

David Neufeld

ist verheiratet, Vater von drei Söhnen und Verleger des Neufeld Verlages.

 

Jörg Ahlbrecht

ist Pastor, Referent und Buchautor. Er lebt in der Nähe von Marburg.

Hella Thorn

Hella Thorn lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Iserlohn und arbeitet als Redakteurin, Texterin und Lektorin.

Jonathan Bauer

wohnt in Witten und studiert Evangelische Theologie.

Rahel Täubert

ist international als Makeup-Artistin tätig.

Judith Herm

studiert Medienwissenschaft und Theologie in Bonn.

 

Nathanael Ullmann

ist Volontär beim SCM Bundes-Verlag.

Lydia Riess

hat Theologie studiert und macht derzeit ihr Volontariat beim SCM Bundes-Verlag in Witten.

Melanie Carstens

Melanie Carstens arbeitet als verantwortliche Redakteurin für die Zeitschriften JOYCE und andersLEBEN.

 

Liesa Dieckhoff

ist Volontärin beim Bundes-Verlag und lernt dort das Zeitschriftenmachen.

Esther Häde

wohnt und studiert in Köln.

Maria Lang

lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Niederösterreich. Sie ist als Buchautorin, Referentin und Illustratorin tätig und schreibt regelmäßig Blogs auf www.meinefamilie.at

Andreas Klotz

ist Generalsekretär des Bibellesebundes e.V. und lebt zusammen mit seiner Frau in Gummersbach.

Anna Maria Gerlach

ist Religionspädagogin und absolviert gerade ein Volontariat in der 3E-Redaktion.

Daniel Wildraut

arbeitet als Onlineredakteur für den SCM Bundes-Verlag.

Levian Scheidthauer

gibt in DRAN NEXT Tipps wie man als junger Erwachsener die Welt verändern kann.

Samuel Moser

war Vorsteher der Vereinigung Freier Missionsgemeinden und Präsident des Verbandes evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz. Er lebt in CH-Belp.

Hanspeter Wolfsberger

ist ein deutscher Theologe und Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Baden

Agnes Wedell

 

wohnt in Witten und schreibt für das Magazin LebensLauf.

Oliver Kallauch

ist evangelischer Theologe und kommt aus Bochum.

Gordon MacDonald

ist ein evangelikaler Pastor, Referent, Autor, geistlicher Berater von Bill Clinton und Mentor.

Julia Kallauch

lebt in Bochum und unterstützt in ihrem Volontariat die JOYCE-, Family- und Christseinheute-Redaktion.

Christof Klenk

lebt mit seiner Familie im Ruhrgebiet und arbeitet als Redakteur bei Family.

Sarah Lang

arbeitet als Redaktionsassistenz beim SCM Bundes-Verlag. Sie wohnt mit Ihrem Mann in Wetter an der Ruhr.

Alexander Garth

ist Pfarrer, Buchautor und Gründer der Jungen Kirche Berlin.

Annegret Prause

arbeitet als Lektorin und lebt mit ihrem Mann in Heiligenhaus.

Kerstin Hack

ist Autorin, Coach und Verlegerin und lebt auf einem Hausboot in Berlin. www.KerstinHack.de

Christine Kernstock

lebt mit ihrem Mann in Waiblingen, arbeitet hauptberuflich ehrenamtlich für ihre Gemeinde und bloggt unter www.nurheute.net

Christiane Rösel

ist Gemeinde- und Diplompädagogin und arbeitet für den Ev. Gemeinschaftsverband Württemberg – die Apis. www.christianerosel.de

Jasmin Neubauer

will via Instagram und auf ihrem Blog „liebezurbibel“ Menschen ermutigen, sich mit dem Buch der Bücher auseinanderzusetzen

Melanie Pongratz

leitet das „51 Coaching“ bei „Wort des Lebens“ am Starnberger See.

Benedikt Elsner

ist Landesjungendpastor im GJW NOS und ist schon länger nicht mehr getrampt.

Antoine de Saint-Exupéry

(1900 – 1944) war französischer Schriftsteller und Pilot. Nach seinem Tod wurde er zum Kultautor. Seine märchenhafte Erzählung „Der kleine Prinz“ gehört zu den erfolgreichsten Büchern der Welt. Seine Kernaussage „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ avancierte in den Nachkriegsjahren zu einer der bekanntesten Passagen der Weltliteratur. Saint-Exupérys frühen Werke „Südkurier“, „Nachtflug“ und „Wind, Sand und Sterne“ thematisieren seine Erfahrungen als Flieger – zwei Mal überlebte er Flugzeugabstürze. Im Zweiten Weltkrieg wurde er ab 1940 in einer Fernaufklärungseinheit in Algier stationiert, von wo ihm die Emigration in die USA gelang. 1943 wurde er im Auftrag der US Air Force auf Sardinien und Korsika stationiert. 1944 startete er zu seinem letzten Aufklärungsflug in Richtung Südküste Frankreichs. Von dort kam er nicht zurück. Man vermutet, dass er nach einem Abschuss östlich von Marseille ins Meer stürzte.

Birgit Schilling

ist Autorin, Supervisorin und Coach (www.schillingsupervision.com) und lebt mit ihrem Mann in Köln. Ihr Buch zum Thema: „Verwandelt – werden wie Gott mich gedacht hat“, SCM R.Brockhaus.

Astrid Eichler

lebt bei Berlin, ist Single, Pastorin, Geschäftsführerin von EmwAg e.V. und Referentin bei Solo&Co.

Deliah Cavalli-Ritterhoff

lebt mit ihrer Familie in Hamburg, arbeitet als Kommunikationsberaterin und engagiert sich ehrenamtlich in der Christus- Gemeinde Barmbek-Nord.

Christian Gunka

leitet das Coaching „51 – Church“ bei „Wort des Lebens“ am Starnberger See.

David Werner

David Werner arbeitet als „Verwaltungsmensch“ beim Jugendamt und denkt immer noch gerne an die besonderen Begegnungen an Weihnachten in Hannover zurück.

 

Jürgen Werth

Jürgen Werth war Direktor des ERF in Wetzlar und ist jetzt mit Texten, Tönen und Themen unterwegs. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

www.juergen-werth.de

Leonardo Iantorno

Leonardo Iantorno leitet die Studentenarbeit „CAMPUS live“ von Campus für Christus in der Schweiz und versucht auch über 2019 hinaus, dem Frieden nachzujagen.

Tabea Gutmann

Tabea Gutmann arbeitet bei Micha Deutschland: Ein Netzwerk, das Themen der sozialen und globalen Gerechtigkeit leidenschaftlich und vom Glauben her aufbereitet

Judith Eggers

Judith Eggers fasziniert es, in ihrem Theologiestudium immer wieder neue Seiten Gottes zu entdecken.

Kristin Gaudl

Kristin Gaudl studiert Rehabilitationspsychologie in Stendal und verzichtet derzeit auf Social Media und Schokoriegel.

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