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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es

Advents- und Weihnachts-Ideen, um Ihren Mitmenschen eine Freude zu machen.

  1. Stellen Sie einen Teller mit selbstgebackenen Plätzchen in den Flur Ihres Mehrfamilienhauses oder vor die Tür Ihrer Nachbarn.
  2. Besuchen Sie Flüchtlinge, die an Ihrem Wohnort untergebracht sind, und bieten Sie ihnen Ihre Hilfe an.
  3. Helfen Sie dem alten Nachbarn oder der alleinerziehenden Mutter nebenan beim Schneeschippen.
  4. Basteln Sie für jeden Ihrer Freunde einen persönlichen Adventskalender. Beim einen enthält der vielleicht Fußball-Anekdoten, bei der anderen Rezepte, beim Dritten Süßigkeiten.
  5. Helfen Sie der alten Nachbarin von gegenüber beim Dekorieren, zum Beispiel beim Aufhängen der Lichterketten.
  6. Schenken Sie der Postbotin, den Männern von der Müllabfuhr, der Zeitungs-Austrägerin etwas Süßes als Dankeschön für ihren Einsatz. Das motiviert sie fürs nächste Jahr.
  7. An der Kasse kramt jemand hinter Ihnen in seinem Kleingeld, um einen Schokoriegel zu bezahlen? Übernehmen Sie seine Rechnung.
  8. Bieten Sie Ihren Nachbarn an, beim nächsten Mal für sie mit einzukaufen.
  9. Setzen Sie einen großen Topf Punsch auf und laden Sie alle dazu ein, die Sie beim Einkaufen der Zutaten treffen.
  10. Besuchen Sie alte Menschen im Altenheim und lesen Sie ihnen eine weihnachtliche Geschichte vor – oder bringen Sie kleine Geschenke mit.
  11. Passen Sie einen Abend lang auf die kleinen Kinder Ihrer Nachbarn auf. Die Eltern können dann ungestört ihre Weihnachtseinkäufe machen oder einfach in Ruhe über den Weihnachtsmarkt schlendern.
  12. Bringen Sie einem Obdachlosen ein heißes alkoholfreies Getränk.
  13. Geben Sie den Nachbarskindern kostenlos Nachhilfe.
  14. Spielen Sie den Nikolaus/Weihnachtsmann bei der Bescherung im Kindergarten.
  15. Helfen Sie Ihren Bekannten im Haushalt oder bei kleinen Reparaturen.
  16. Bieten Sie bei Bus- oder Bahnfahrt Rentnern einen Platz an.
  17. Laden Sie Ihren Partner zum Essen ein.
  18. Werfen Sie ermutigende Postkarten oder kleine Schokoladentafeln in die Briefkästen Ihrer Nachbarn.

Dieser Tipps erschienen in der Zeitschrift lebenslust. Jetzt kostenlos testen: www.bundes-verlag.net/lebenslust

Kaugummi der Liebe Gottes

von Rüdiger Jope

„Auf welchem See war Jesus mit seinen Jüngern unterwegs?“, fragte der Pfarrer. Mein Finger schnellte nach oben. Für die richtige Antwort heimste ich als 7-jähriger DDR-Bürger einen West-Kaugummi ein. Anschließend schnappte sich der Pastor die Gitarre und stimmte das Lied „Gottes Liebe ist wie die Sonne“ an. Noch heute, 38 Jahre später, habe ich diesen paradiesischen Kaugummi-Geschmack in Mund und Nase, wenn ich diese Zeilen singe oder höre.

Kirche ist dazu da, dass den Menschen die Liebe Gottes auf der Zunge zergeht und sie eine Heimat finden. Noch eine Kostprobe? Zuhause funkte es im Teenageralter gewaltig. Der Hocker an der Heizung in der Küche des Pastors wurde für mich zum Heimathafen. Dort saß ich in schwierigen Zeiten mit einem Meerschweinchen auf dem Schoß. Dort fand ich ein hörendes Herz, ein ermutigendes Wort, ein freundliches Lächeln, ein gelebtes, gastfreies Evangelium.

Helfend und dienend

Das ist ein wesentlicher Kern der Kirche – oder wie Dietrich Bonhoeffer es formulierte: „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist. … Sie muss an den weltlichen Aufgaben des menschlichen Gemeinschaftslebens teilnehmen, nicht herrschend, sondern helfend und dienend.“ Kirche, Christsein ist kein Selbstzweck. Darin ist Kirche gut. Meistens.

Noch stapeln sich in der Wohnung die Umzugskisten. Egal. Es ist Sonntag. Wir besuchen den Gottesdienst im neuen Ort. Eine volle Windel sorgt für Verspätung. Die Glocken sind bereits verklungen, als wir mit dem Wagen vor einer Treppe zum Stehen kommen. Wo geht’s bloß rein? Schweißgebadet öffnen wir eine schwere Tür. Unsicher suchen wir Vier uns einen Platz. Starr nach vorne gerichtete Augen würdigen uns keines Blickes. Als die Orgel einsetzt, merken wir: Uns fehlen noch die Liederbücher. Nur wo gibt es die? In die Liturgie hinein quasselt unser Einjähriger. Einen Kindergottesdienst scheint es nicht zu geben. Vor der Predigt gehe ich mit den Kindern raus. Nur wohin? Im Raum nebenan krabbelt der Kleine los. Nach wenigen gekrabbelten Metern sind die Finger schwarz, seine Hose sieht aus wie ein Lappen nach dem Freitagsputz. Die für die Große gefunden Stifte benötigen erst einen Spitzer. Nur wo ist dieser?

Einladend und fehlerfreundlich

Kirche ist an vielen Orten gut, einladend, den Menschen zugewandt, aber es gibt auch noch viel Luft nach oben. Dr. Heinzpeter Hempelmann schlägt in seinem Buch „ZEITGEIST 2“ (Francke) folgendes vor: „Lassen Sie uns Gemeinde bauen, die nicht ideal, nicht perfekt, sondern Gemeinden unterwegs, auf Zeit, als Notbehelf, im Wechsel, Station eben, für eine Nacht oder für ein Glas Sprudel und eine Tasse Kaffee, eine Wegstrecke. Fehlerfreundlich, unvollkommen und gerade darin Hinweiser auf die eine große Heimat, das eine große Ziel, zu dem wir unterwegs sind.“

In der Hoffnung, dass Menschen durch diese Art Kirche auf den Geschmack kommen und sich die göttliche Liebe auf der Zunge zergehen lassen, wie den Kaugummi.

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Mit Gott auf der Rennstrecke

von Rüdiger Jope

Was kommt dabei heraus, wenn ein visionäres Team 100 Jahre Motorsport, ein abgehalftertes Hotel, Flüchtlinge und ehemalige Straffällige zusammenbringt? Eine Kirchengemeinde!

Wolkenloser Himmel. Langgezogene Kurven. Schattenspendende Bäume. Verkleidete Leitplanken. Dröhnend zieht eine Maschine an meiner heruntergelassenen Seitenscheibe vorbei. Sie signalisiert meiner Nase und meinen Ohren: Du bist auf der richtigen Spur Richtung Glemseck. Bis in die 60er-Jahre hinein trugen auf der legendären Solitude-Rennstrecke in der Nähe von Stuttgart zwei- und vierrädrige Legenden des Motorsports ihre PS-starken Fights um Lorbeerkränze und glänzende Pokale aus. Vor dem Hotel Glemseck parke ich. Auf mich wartet Tobias Merckle, der Gründer, Taktgeber und Vorstand von „Seehaus e.V.“. Mit leuchtenden Augen führt er mich durch die in die Jahre gekommenen Räume, die eine vergilbte, rauchgeschwängerte, aber reiche Motorsportvergangenheit atmen. „Eigentlich träumte ich schon 13 Jahre davon, hier an diesem Ort Motorradfahrer, Oldtimerfahrer und Motorsportbegeisterte in ihrem Umfeld mit dem Glauben in Berührung zu bringen“, so der Visionär.

Traditionen pflegen, Neues entwickeln

Als er sich Anfang 2016 auf die Suche nach weiteren Räumen für den „Jugendstrafvollzug in freien Formen“ macht, wird ihm dieses abgelebte Kleinod angeboten. Merckle ist in seinem Element: „Als ich dann in diesen Räumen stand, wusste ich: Mitarbeiterwohnungen sind hier fehl am Platz. Die über 100 Jahre alte Geschichte gehört unter neuen Vorzeichen fortgeschrieben.“ Auf einem Laptop bekomme ich die Zukunft präsentiert: Ein hippes Motorsporthotel. Detailverliebte Innenausstattung mit Fotos, Originalfahrzeugen und Oldtimern. Zudem sollen im Glemseck Flüchtlinge in der Gastronomie ausgebildet werden, um ihnen so einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu verschaffen. Motorsportbegeisterung mit Mehrwert zum Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Helfen und Glauben.

Gerade Letzteres ist Merckles Leidenschaft. Ehemaligen Straffälligen eine Gemeinde als Zuhause anzubieten. Alle wohlgemeinten Versuche scheiterten. Die meisten Jugendlichen fanden nach der Zeit im Seehaus keine Beheimatung in einer normalen Gemeinde. „Die Lebenswelten, die Erfahrung, die Gesprächsthemen, die Interessen sind einfach ganz andere“, bilanziert der Gründer etwas ernüchtert. Doch Merckle hat das Unternehmer-Gen. Wo ein Problem ist, sucht er nach einer Lösung. Mit einer kleinen Gruppe von Mitstreitern setzt er sich mit Verantwortungsträgern aus der evangelischen Landeskirche Württemberg zusammen. Sie fragen: „Könnte Glemseck nicht eine ‚personale Gemeinde‘ werden für ein Milieu, welches die klassische Kirchengemeinde nicht erreicht?“ Sie kann. Seit Anfang Mai 2016 ist die „Gemeinde am Glemseck“ Teil der Gesamtkirchengemeinde Leonberg und der evangelischen Landeskirche Württemberg.

Beziehung statt Programm

Glemseck will dort mit dem Glauben hin, wo die Leute sind. Die Motorradfahrer und Motorsportbegeisterten sind da ein zusätzliches Pfund. Merckle gibt eine Begebenheit aus einem Motorradgottesdienst zum Besten. Auf dem WC ist die Pfarrerin dabei, sich ihren Talar überzustreifen. Nebendran schlüpfte eine Motorradfahrerin in ein Hasenkostüm. Der Pastorin rutschte ein schmunzelndes „sieht aber komisch aus“ raus. Ihr Gegenüber konterte lachend: „Ebenso!“

Knapp achtzig „komische“ Leute treffen sich inzwischen in dieser ökumenischen Mitmachgemeinde. Sie wird zum Zuhause für Suchende, Zweifler, Interessierte, Neugierige und Flüchtende. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Thema Gemeinschaft. Lebensberichtsabende und gemeinsames Essen sind ein zentrales Element. „Menschen kommen vor allem wegen der Beziehungen, die Gottesdienste nehmen sie so mit“, ergänzt Merckle. Auf dem Rückweg zum Auto bückt sich der Visionär nach dem achtlos weggeworfenen Müll. Ich erlebe: Hier ist sich einer nicht zu schade, kleine und große Müllberge des Lebens beiseite zu räumen, damit Menschen sich mit Gott auf die Rennstrecke ihres Lebens begeben.

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Mehr im Hier und Jetzt

Von Marietta Steinhöfel

Von der Kunst des Beobachtens

Unsere Gedanken sind überall und nirgendwo – bei dem, was gestern war, und morgen sein könnte. Wann sind wir einfach mal nur da? In diesem Moment? Warum es sich lohnt, wahrzunehmen, was gerade ist.

Beim Blick in die Zeitschriftenläden oder manche Arztpraxis, fällt auf: Wir werden ermuntert, achtsamer zu sein. Was hat es damit auf sich? Wieder ein neumodischer Gesundheitstrend? Als Synonyme für Achtsamkeit werden im Duden Aufmerksamkeit, Augenmerk, Interesse, Konzentration, Sammlung und Teilnahme genannt.

Interessant. Lassen wir uns doch auf ein Gedankenexperiment ein. Durchleuchten wir einmal unseren Alltag und fragen uns: Wie oft am Tag erwischen wir uns dabei, aufmerksam, konzentriert und wachsam, zu sein? Wann nehmen wir teil an dem, was wir gerade tun? Es ist schon halb vier und noch immer ärgert sich Harald über den unfreundlichen Busfahrer am Morgen. Die schweren Einkaufstaschen einige Zentimeter über dem Boden schleifend, mit gesenktem Kopf an den Geschäften vorbeitrottend, fragt sich Ilse, warum eigentlich nicht sie die Wohnung in der Stadtmitte bekommen hat. Hanna sitzt am Küchentisch über ihrem Mittagessen. Wie es wohl werden wird, wenn ihr Mann nächsten Monat aus dem Beruf scheidet? Die drei sind gedanklich und emotional abwesend. Beschäftigt mit dem was war, und noch kommt – eventuell. Der Kontakt zur Gegenwart reißt ab.

Achtsamkeit kann trainiert werden

Es ist nicht verkehrt, über Vergangenes nachzudenken und daraus Handlungslinien für die Zukunft abzuleiten. Das Problem liegt im Grübeln und Sorgen. „Wer ständig beschäftigt ist, läuft Gefahr die Gegenwart zu verpassen“, sagt Martin Grabe, Psychiater und Psychotherapeut an der Klinik Hohe Mark in Oberursel.

Im Hier und Jetzt zu sein, den Moment wahrzunehmen und wertzuschätzen: Das bedeutet, achtsam zu sein.Vielen älteren Menschen gelingt das sehr gut. Vorausgesetzt, sie haben es eingeübt, meint der Psychiater: „Wer sein Leben lang nicht gelernt hat achtsam zu sein, wird es im Alter auch nicht können.“ Um achtsamer zu werden, lassen sich Phasen in den Tagesablauf einbauen, in denen man das bewusste Wahrnehmen einübt. Unterwegs in die Stadt lohnt sich ein Blick an den Wegesrand, wo eine Löwenzahnpflanze aufgeblüht ist. Bei näherem Hinsehen fällt auf, wie saftig das Grün ist, und wie schön die Blüten aussehen. In Momenten wie diesen, ist man achtsam. Die Sinne zu schärfen ist eine Komponente von Achtsamkeit. Die zweite, so Grabe, sei die Schöpfung wahrzunehmen. Die Welt um uns herum, wie uns selbst. Im Büro könne das sein, einmal zu prüfen, ob man bequem sitzt und die Haltung gegebenenfalls zu korrigieren.

Achtsamkeit in der Bibel

Auch wenn die Bibel nicht explizit von „Achtsamkeit“ spricht, zeigt sie doch auf, dass es wichtig ist, geistig anwesend zu sein:

  • Achtsamkeit als Aufmerksamkeit. Der Samariter, der nicht einfach am geschändeten Mann am Wegesrand vorbei geht – der sieht (Lukas 10,30-37).
  • Achtsamkeit als Offenheit. Jesus, der dazu aufruft, wie die Kinder zu sein: empfänglich, offen, interessiert, neugierig (Matthäus 18,3).
  • Achtsamkeit als Wachsamkeit. „Haltet euch bereit und seid wach“, heißt es im Lukas-Evangelium. Im Kontext (Lukas 12, 35-40) geht es um viel: das Wiederkommen des Herrn, das Erettetwerden.
  • Achtsamkeit als Vorsicht. Im Gleichnis von den zehn Brautjungfern (Matthäus 25,1-13) werden jene Frauen belohnt, die klugerweise zusätzliches Öl für ihre Öllampen mitgenommen haben. Als die Nacht hereinbricht, und der Bräutigam endlich kommt, sind die anderen Brautjungfern, die neues Öl kaufen mussten, nicht anwesend.

„Sorgt euch nicht“, sagt Jesus im Matthäus-Evangelium. Und genau darum geht es beim Achtsamsein. Nicht im Groll der Vergangenheit bleiben, oder sich um die Zukunft sorgen. Sondern im Hier und Jetzt zu leben.

Dieser Artikel erschien im Magazin LebensLauf. Jetzt kostenlos testen: www.lebenslauf-magazin.net

Unterlassene Hilfeleistung

Von Bettina Wendland

Ein 82-jähriger Mann brach im Vorraum einer Bank zusammen. Vier Menschen sind achtlos an ihm vorbeigegangen oder sogar über ihn hinweggestiegen. Erst der fünfte Mann hat einen Notarzt gerufen. Da war es aber schon zu spät …

Eine uralte Geschichte. Schon Jesus hat sie als Gleichnis erzählt: der barmherzige Samariter. Es ist vielleicht ein natürlicher Reflex: Augen zu und durch. Oder: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Aber es ist und bleibt unterlassene Hilfeleistung. Es ist und bleibt falsch.

Aber ist es nur dann unterlassene Hilfeleistung, wenn etwas direkt vor meinen Augen passiert und ich nicht reagiere? Ist es nicht auch unterlassene Hilfeleistung, wenn ich weiß, dass im Sudan Menschen hungern und ich nichts dagegen unternehme? Wenn ich lese, dass in Bangladesch keine fairen Löhne gezahlt werden, ich aber trotzdem Klamotten bei H&M kaufe?

Diese Liste ließe sich unendlich erweitern. Not und Hilfsbedürftigkeit begegnen mir auf allen Kanälen. Aber ich kann ja nicht die ganze Welt retten. Es gibt nicht den Ausweg aus diesem Dilemma. Es gibt keine Lösung, um allen gerecht zu werden. Aber das Entscheidende ist, dass ich erst mal hingucke. Dass ich anfange. Dass ich Schritt für Schritt losgehe.

Natürlich ist mein Nächster zunächst mein Nächster: meine Familie, meine Freunde, meine Nachbarn. Die alte Frau im Supermarkt. Die Flüchtlinge in meinem Stadtteil. Hier soll ich helfen, wo ich kann. Aber ich darf die Nächsten, die weiter weg leben, auch nicht vergessen.

Alles richtig machen kann ich nicht. Aber aus lauter Angst, etwas falsch zu machen, gar nichts zu tun, ist erst recht verkehrt. Da gibt es ja noch das andere Gleichnis von Jesus, in dem es darum geht, wie die Knechte mit dem Geld umgehen, dass ihnen ihr Herr anvertraut hat. Dabei kommt der Knecht am schlechtesten weg, der das Geld vergräbt, statt damit zu arbeiten – aus Angst, er könne einen Fehler machen.

Also, Augen auf und helfen! Da, wo es am dringendsten scheint. Da, wo Gott mir etwas aufs Herz legt. Da, wo meine Fähigkeiten und Talente, mein Geld und meine Zeit besonders gebraucht werden. Ohne Anspruch, alles richtig zu machen. Nur wegsehen – das geht gar nicht!

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10 Tipps um mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen

Von Marietta Steinhöfel

  1. Ein kurzes Gespräch, ein freundliches Lächeln, ein Gruß über den Gartenzaun – solche Momente erhellen das Gemüt. Halten Sie die Augen offen nach unverhofften Momenten, erwarten Sie Gutes von diesem Tag!
  2. Sie feiern demnächst ein Fest in Ihrer Wohnung oder im Garten? Eine ideale Gelegenheit, die Hausgemeinschaft einzuladen.
  3. Feiertage sind eine toller Anlass, um den Nachbarn mit einer kleinen Aufmerksamkeit zu beschenken. Überreichen Sie selbstgebackenen Kuchen oder einen Blumenstrauß – persönlich oder heimlich als Wichtel. Schön dazu: Eine Postkarte mit lieben Worten.
  4. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Auch den Nachbarn, der durch den Hausflur schimpft? Gar nicht so einfach! Überlegen Sie: Welchen Schritt können Sie tun, um das Zusammenleben besser zu gestalten?
  5. Den Wohnungsschlüssel vergessen, das Auto springt nicht an. Wie gut, dass man Nachbarn hat! Unterstützen Sie sich gegenseitig mit ihren Ressourcen.
  6. Als Nachbar ist man nah dran an der Lebenswelt seines Nächsten. Begegnen Sie sich dort: Das Päckchen für den Studenten annehmen, die Kinder der alleinerziehenden Mutter hüten, den Witwer zum Kaffee einladen.
  7. Planen Sie mit Ihren Nachbarn ein gemeinsames Fest. Wir wär’s mit einer Hüpfburg für die Kinder, Würstchen vom Grill und einem musikalischen Beitrag?
  8. Wenn der Platz rar ist, bietet sich ein gemeinsames Gemüse- oder Blumenbeet an. Das macht gleich weniger Arbeit für den Einzelnen!
  9. In Mietwohnungen werden Aufgaben wie den Flur fegen oder Vorgarten herrichten umverteilt. Manch‘ lästige Pflicht lässt sich zusammen viel einfacher und unterhaltsamer erledigen.
  10. In vielen Wohnheimen werden gemeinschaftliche Veranstaltungen angeboten. Dort kann man in lockerer Atmosphäre mit den Nachbarn in Kontakt kommen.

Diese 10 Tipps erschienen im Magazin LebensLauf. Jetzt kostenlos testen: www.lebenslauf-magazin.net

Nichts ist selbstverständlich!

Von Martin Gundlach

Eine Einladung zum Mitgestalten.

Die Briten sind raus aus der EU. In Frankreich sind die beiden großen Volksparteien bei der Wahl zum Präsidenten nur Zaungäste. In Europa, in der Türkei und in den USA sind von Politikern Sätze zu hören, die ich längst in die Geschichts-Kiste gelegt hatte. Ich reibe mir die Augen: Kann das wirklich alles sein?

Nichts ist mehr selbstverständlich. Das ist vor allem eine aufrüttelnde Nachricht für die, die sich nicht vorstellen können, dass sich das Leben wirklich grundlegend ändern könnte. Die sich öffentlich nicht engagieren, weil sie an das unaufhaltsame „Immer-weiter-so“ des Gewohnten glauben. An diejenigen, die vielleicht gelegentlich zur Wahlurne gehen – wenn es nicht gerade in Strömen regnet oder Oma Geburtstag hat. Die nichts anderes kennen, als ein Leben in Freiheit und in Demokratie zu leben. Und die niemals darüber nachgedacht haben, dass all die (mühsam erkämpften) Werte wie Glaubens-, Meinungs- und Pressefreiheit einmal gefährdet sein könnten. Was also tun, um das Gute zu bewahren?

Zur Wahl zu gehen, um die Demokratie mitzugestalten, ist das Minimum. Ich habe das Gefühl: Wir alle, die wir (in Westdeutschland, Österreich, der Schweiz …) nie in einem anderen System gelebt haben, haben manchmal vergessen, was für ein Vorrecht es ist, in einem demokratischen Rechtsstaat zu leben. Nichtwählen ist keine Option.

Darüber hinaus finde ich wichtig, in Gesprächen Position zu zeigen für die Einstellungen und Werte, die mir wichtig sind. Ich staune, wie unwidersprochen fremdenfeindliche Gesprächsbeiträge geduldet werden. Auch wie abfällig zum Beispiel von manchen Christen über „die Moslems“ geredet wird, als wären sie keine Menschen, sondern nur ein Problem. Das darf nicht sein.

Zum dritten: Auch wenn wir als Einzelne die Welt nicht komplett ändern können, finde ich es wichtig, mit zeichenhaften Taten deutlich zu machen, in welcher Welt wir leben wollen. Einer Flüchtlingsfamilie zu helfen. Eine Hilfsorganisation zu unterstützen, die sich für die Werte einsetzt, die mir wichtig sind. Einen Politiker zu kennen und einmal nach seinen Anliegen zu fragen, ihm zu schreiben, für ihn (oder sie!) zu beten. Und über all das mit der eigenen Familie, den eigenen Kindern im Gespräch zu bleiben. Darin liegt eine Chance, gemeinsam dazuzulernen und Neues zu entdecken.

Damit das, was uns heute selbstverständlich scheint, auch eine Zukunft hat!

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