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Aufstand proben

von Lasse Eggers

Was wir konkret tun können, wenn wir merken: Die Welt geht uns was an

Wann hast du dich zuletzt öffentlich aufgeregt? Also so, dass es jemand mitbekommen hat? Oder gehörst du auch zu denen, die meinen, irgendwo im Social Web einen Hashtag zu setzen, müsste als politisches Statement allemal reichen? Wer anfängt, sich über das Thema Gedanken zu machen, stößt unweigerlich auf eine Reihe offener Fragen. Zwei davon sind mir besonders wichtig: Bin ich politisch aktiv genug? Und: Was ist eigentlich eine angemessene Art und Weise, im 21. Jahrhundert politisch aktiv zu sein?

 

Politisch aktiv?

Schauen wir auf die erste Frage. Grundsätzlich bin ich politisch aktiv: Ich gehe wählen, vertrete eine Meinung und beteilige mich an Diskursen im Social Web. Aber reicht das? Die Frage nach dem “Genug” ist eine heikle, denn wer legt schon das Maß für politischen Aktivismus fest? Na ja, zum einen haben wir da den Staat als Maßstab, der ein paar Beteiligungsmöglichkeiten anbietet. Wer unsere Demokratie stützen will, weil sie uns ein hohes Maß an persönlicher und öffentlicher Gestaltungsfreiheit gewährleistet, sollte von diesen Möglichkeiten schon Gebrauch machen. Dazu gehören die Wahlen, das Recht, Parteien zu gründen und sich darin zu engagieren, das freie Demonstrationsrecht und andere Bürgerbeteiligungen wie zum Beispiel Volksabstimmungen.

Einen anderen Maßstab, den wir anlegen sollten, bietet die Bibel. Schon die frühen Christen beschäftigte die Frage, wie sich die ethische Linie von Jesus in gesellschaftliches Leben und soziale Verantwortung übersetzen lässt. Paulus verdanken wir zum Beispiel ein paar kluge Anweisungen, wie wir als Christen mit den gesellschaftlichen Verantwortungsträgern umgehen sollen. In Titus 3,1-2 und Römer 13,1-6 mahnt er, dem Staat zu dienen und der Obrigkeit als weltlicher Autorität den fälligen Respekt zu erweisen. Unser politischer Aktivismus soll die respektieren, die verantwortlich eingesetzt sind, das Leben in unserem Land zu gestalten.

Noch eine andere Stelle möchte ich hier als eine der bedeutendsten Möglichkeiten der politischen Beteiligung besonders hervorheben: 1.Timotheus 2,1-3: „Betet für alle Menschen, besonders für die, die in Staat und Regierung Verantwortung tragen…“ Damit wir, wie Paulus sagt, in Frieden leben können. Hier bekommt das Gebet, das du still bei dir sprichst, oder die Fürbitte in der Gemeinde Gewicht: Es steuert seinen Teil dazu bei, dass wir in Frieden leben und unseren Dienst tun können. Wie schön, dass ich mich so für meinen Staat einsetzen kann.

Aber wieso sollte ich als Christ Aufstand leisten, wenn ich doch der Obrigkeit gehorchen soll? Reicht es dann nicht, wenn ich für meinen Staat bete? Es reicht überall dort nicht, wo die Gesellschaft spürbar aus den guten Ordnungen Gottes herausdriftet. Wo wir als Christen für Werte stehen, die gesellschaftlich an Wert zu verlieren drohen. Wenn es um Themen wie die Zukunft der Gentechnik, den Schutz des ungeborenen Lebens, soziale Gerechtigkeit oder den Einsatz der Bundeswehr geht, können wir einen Unterschied machen, wenn wir unsere Positionen an den richtigen Stellen einbringen.

Die Qual der Wahl: Welchen Aufstand proben wir?

Kommen wir zur zweiten Frage: Was ist die richtige Art und Weise, um heute noch politisch aktiv zu sein?

Da sind die Parteien, klar. Jede hat auch eine eigene Jugendorganisation, in der das politische Handwerk erlernt und entwickelt wird. Dabei darf es dann auch mal zur Sache gehen und Positionen sehr pointiert geäußert werden. In den Ortsverbänden der Parteien wird Lokalpolitik gemacht. Muss die neue Umgehungsstraße ausgerechnet durch ein Naturschutzgebiet verlaufen? Wie viele Bäume wollen wir uns in der Innenstadt leisten? Wie wär’s mit einem Marketingkonzept für unsere Kleinstadt? Alle Parteien suchen händeringend.

Politisch ungebunden, aber durchaus aktiv sind auch die Bürgervereine und –initiativen. Als Sparringspartner für die Politik und die Stadtverwaltung gestalten sie das Leben der Stadt oder des Viertels sehr konkret und häufig pragmatisch mit. Als Vereine spiegeln sie der Verwaltung den Bürgerwillen und sind eingebunden, wenn seitens der Verwaltung Lösungen für Gestaltungsherausforderungen im öffentlichen Raum gesucht werden.

Im akuten Fall helfen auch freiere Formen: die Mahnwache, die Demonstration, das Bürgerbegehren, die Petition, der offene Brief, ein Infostand, das Flugblatt, Kunstaktionen, Menschenketten und alles, was du dir sonst noch ausdenken kannst.

Neu in der Liste ist der Netzaktivismus, also Bloggen, Vloggen, Hashtaggen und Co. Gerade der Hashtag-Aktivismus wird oft als faul oder nutzlos eingestuft – reine Gewissensberuhigung? Natürlich beruhigt „Slacktivism“ das soziale Gewissen und geht so leicht von der Hand, dass er uns dauerhaft in Aktion versetzt. Nicht hinter jedem #prayfor… steckt auch ein Gebet. Dann doch lieber still bleiben und wirklich beten.

Aber Hashtags haben auch Power. Sie können, wenn sie richtig benutzt werden, gewaltige Kraft entwickeln in Zusammenarbeit mit den sozialen Netzwerken. Besonders jene Hashtags waren erfolgreich, die mit realen Aktionen verbunden waren. #blacklivesmatter, #aufschrei, #landesverrat: Es ist die gekonnte Verbindung des Social-Online-Lebens mit dem Real-Life, die Hashtags zu einer glaubwürdigen politischen Willensäußerung machen. Wenn Hashtags also richtig verwendet werden, dann bewegen sie etwas. Poste also das nächste #prayfor… lieber direkt mit einer Veranstaltung, die wirklich zum gemeinschaftlichen Gebet aufruft, dann folgt nämlich aus Beteiligung echte Aktion.

#aufstehen

Am Beispiel des Hashtags sieht man: Politik ist nicht nur eine Frage der Werkzeuge, sondern auch der richtigen Verwendung. Für jedes Werk gibt es das richtige Werkzeug und für jedes Werkzeug die richtige Verwendung. So liegt es an dem Umstand, der dich in Bewegung versetzt, welche Form von Aktivität in deiner Situation die richtige ist. Manchmal bewegen Hashtags die Massen, manchmal bewegen Massen auf der Straße den Staat.

Also: Bist du aktiv oder nicht? Beruhigst du nur dein Gewissen oder geht es dir ums Mitgestalten des öffentlichen Lebens? Und wogegen steht dein Herz auf, oder besser noch: Wofür? Unterlassener Aufstand ist unterlassene Hilfestellung. Es ist diese, unsere Welt, in der wir unseren Dienst verrichten. Wenn wir uns mit ihr auseinandersetzen, merken wir vielleicht, dass sie uns mehr angeht als gedacht.

Dieser Kommentar erschien in DRAN NEXT, dem Magazin zum Selberglauben. Jetzt kostenlos testen: www.dran-next.de

https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg 0 0 Isabel Loh https://www.gemeinde-praktisch.de/wp-content/uploads/2015/03/GEMEINDE-Logo.jpg Isabel Loh2017-06-12 15:33:352020-03-02 12:34:03Aufstand proben

Martin Gundlach

ist Chefredakteur des SCM Bundes-Verlags. Er ist seit über 25 Jahren glücklich verheiratet und hat 3 Töchter.

Bettina Wendland

ist Redakteurin bei Family und FamilyNEXT. Sie lebt mit ihrer Familie in Bochum.

Jörg Peter

ist der Erfinder des beliebten Comic-Helden Mister KLÄX.

Dr. Ulrich Wendel

ist fasziniert von der Bibel und er tut alles dafür, dass diese Begeisterung andere ansteckt.

Marietta Steinhöfel

war Volontärin beim SCM Bundes-Verlag.

Ansgar Hörsting

ist Präses des Bund FeG und lebt mit seiner Frau in Witten.

Ulrich Eggers

ist der Geschäftsführer der Unternehmen der SCM Verlagsgruppe und schreibt für das Magazin AUFATMEN.

Ingrid Jope

Theologin und Sozialpädagogin, ist verheiratet mit Rüdiger und Mutter von zwei Kindern.

Jörg Podworny

aus Witten ist Chefredakteur des Magazins lebenslust. 

Lasse Eggers

hat eine Ausbildung als Medienkaufmann gemacht und studiert jetzt Theologie.

Helen Krebs

studiert Literaturwissenschaft und ist hin und wieder als Texterin tätig. Mit ihrem Mann und den Kindern wohnt sie in Stuttgart.

Tobias Hambuch

ist Volontär beim SCM Bundes-Verlag. Er schreibt für die Magazine TEENSMAG und MOVO.

Franziska Klein

arbeitet als Pastoralreferentin in der FeG Frankfurt Citychurch. Sie fühlt sich an einem Ort angekommen, wenn man in der Bäckerei um die Ecke wiedererkannt wird.

Susanne Tobies

ist Redaktionsassistentin für das Magazin AUFATMEN.

Ira Schneider

vermisst das Meer, wenn der Winter im Frühjahr
nicht zu enden scheint.

Melanie Eckmann

ist Volontärin beim SCM Bundes-Verlag und schreibt für die Online-Redaktion.

Rüdiger Jope

investiert als Redakteur im Bundes-Verlag viel Kraft und Kreativität in die Magazine „3E“ und „MOVO“.

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arbeitet als Grafiker und zeichnet Cartoons für das Kindermagazin KLÄX.

Pascal Görtz

ist verheirat und wohnt mit seiner Familie in Mettmann.

David Neufeld

ist verheiratet, Vater von drei Söhnen und Verleger des Neufeld Verlages.

 

Jörg Ahlbrecht

ist Pastor, Referent und Buchautor. Er lebt in der Nähe von Marburg.

Hella Thorn

Hella Thorn lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Iserlohn und arbeitet als Redakteurin, Texterin und Lektorin.

Jonathan Bauer

wohnt in Witten und studiert Evangelische Theologie.

Rahel Täubert

ist international als Makeup-Artistin tätig.

Judith Herm

studiert Medienwissenschaft und Theologie in Bonn.

 

Nathanael Ullmann

ist Volontär beim SCM Bundes-Verlag.

Lydia Riess

hat Theologie studiert und macht derzeit ihr Volontariat beim SCM Bundes-Verlag in Witten.

Melanie Carstens

Melanie Carstens arbeitet als verantwortliche Redakteurin für die Zeitschriften JOYCE und andersLEBEN.

 

Liesa Dieckhoff

ist Volontärin beim Bundes-Verlag und lernt dort das Zeitschriftenmachen.

Esther Häde

wohnt und studiert in Köln.

Maria Lang

lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Niederösterreich. Sie ist als Buchautorin, Referentin und Illustratorin tätig und schreibt regelmäßig Blogs auf www.meinefamilie.at

Andreas Klotz

ist Generalsekretär des Bibellesebundes e.V. und lebt zusammen mit seiner Frau in Gummersbach.

Anna Maria Gerlach

ist Religionspädagogin und absolviert gerade ein Volontariat in der 3E-Redaktion.

Daniel Wildraut

arbeitet als Onlineredakteur für den SCM Bundes-Verlag.

Levian Scheidthauer

gibt in DRAN NEXT Tipps wie man als junger Erwachsener die Welt verändern kann.

Samuel Moser

war Vorsteher der Vereinigung Freier Missionsgemeinden und Präsident des Verbandes evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz. Er lebt in CH-Belp.

Hanspeter Wolfsberger

ist ein deutscher Theologe und Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Baden

Agnes Wedell

 

wohnt in Witten und schreibt für das Magazin LebensLauf.

Oliver Kallauch

ist evangelischer Theologe und kommt aus Bochum.

Gordon MacDonald

ist ein evangelikaler Pastor, Referent, Autor, geistlicher Berater von Bill Clinton und Mentor.

Julia Kallauch

lebt in Bochum und unterstützt in ihrem Volontariat die JOYCE-, Family- und Christseinheute-Redaktion.

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lebt mit seiner Familie im Ruhrgebiet und arbeitet als Redakteur bei Family.

Sarah Lang

arbeitet als Redaktionsassistenz beim SCM Bundes-Verlag. Sie wohnt mit Ihrem Mann in Wetter an der Ruhr.

Alexander Garth

ist Pfarrer, Buchautor und Gründer der Jungen Kirche Berlin.

Annegret Prause

arbeitet als Lektorin und lebt mit ihrem Mann in Heiligenhaus.

Kerstin Hack

ist Autorin, Coach und Verlegerin und lebt auf einem Hausboot in Berlin. www.KerstinHack.de

Christine Kernstock

lebt mit ihrem Mann in Waiblingen, arbeitet hauptberuflich ehrenamtlich für ihre Gemeinde und bloggt unter www.nurheute.net

Christiane Rösel

ist Gemeinde- und Diplompädagogin und arbeitet für den Ev. Gemeinschaftsverband Württemberg – die Apis. www.christianerosel.de

Jasmin Neubauer

will via Instagram und auf ihrem Blog „liebezurbibel“ Menschen ermutigen, sich mit dem Buch der Bücher auseinanderzusetzen

Melanie Pongratz

leitet das „51 Coaching“ bei „Wort des Lebens“ am Starnberger See.

Benedikt Elsner

ist Landesjungendpastor im GJW NOS und ist schon länger nicht mehr getrampt.

Antoine de Saint-Exupéry

(1900 – 1944) war französischer Schriftsteller und Pilot. Nach seinem Tod wurde er zum Kultautor. Seine märchenhafte Erzählung „Der kleine Prinz“ gehört zu den erfolgreichsten Büchern der Welt. Seine Kernaussage „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ avancierte in den Nachkriegsjahren zu einer der bekanntesten Passagen der Weltliteratur. Saint-Exupérys frühen Werke „Südkurier“, „Nachtflug“ und „Wind, Sand und Sterne“ thematisieren seine Erfahrungen als Flieger – zwei Mal überlebte er Flugzeugabstürze. Im Zweiten Weltkrieg wurde er ab 1940 in einer Fernaufklärungseinheit in Algier stationiert, von wo ihm die Emigration in die USA gelang. 1943 wurde er im Auftrag der US Air Force auf Sardinien und Korsika stationiert. 1944 startete er zu seinem letzten Aufklärungsflug in Richtung Südküste Frankreichs. Von dort kam er nicht zurück. Man vermutet, dass er nach einem Abschuss östlich von Marseille ins Meer stürzte.

Birgit Schilling

ist Autorin, Supervisorin und Coach (www.schillingsupervision.com) und lebt mit ihrem Mann in Köln. Ihr Buch zum Thema: „Verwandelt – werden wie Gott mich gedacht hat“, SCM R.Brockhaus.

Astrid Eichler

lebt bei Berlin, ist Single, Pastorin, Geschäftsführerin von EmwAg e.V. und Referentin bei Solo&Co.

Deliah Cavalli-Ritterhoff

lebt mit ihrer Familie in Hamburg, arbeitet als Kommunikationsberaterin und engagiert sich ehrenamtlich in der Christus- Gemeinde Barmbek-Nord.

Christian Gunka

leitet das Coaching „51 – Church“ bei „Wort des Lebens“ am Starnberger See.

David Werner

David Werner arbeitet als „Verwaltungsmensch“ beim Jugendamt und denkt immer noch gerne an die besonderen Begegnungen an Weihnachten in Hannover zurück.

 

Jürgen Werth

Jürgen Werth war Direktor des ERF in Wetzlar und ist jetzt mit Texten, Tönen und Themen unterwegs. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

www.juergen-werth.de

Leonardo Iantorno

Leonardo Iantorno leitet die Studentenarbeit „CAMPUS live“ von Campus für Christus in der Schweiz und versucht auch über 2019 hinaus, dem Frieden nachzujagen.

Tabea Gutmann

Tabea Gutmann arbeitet bei Micha Deutschland: Ein Netzwerk, das Themen der sozialen und globalen Gerechtigkeit leidenschaftlich und vom Glauben her aufbereitet

Judith Eggers

Judith Eggers fasziniert es, in ihrem Theologiestudium immer wieder neue Seiten Gottes zu entdecken.

Kristin Gaudl

Kristin Gaudl studiert Rehabilitationspsychologie in Stendal und verzichtet derzeit auf Social Media und Schokoriegel.

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